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Betreuer werden

Betreuer/in nach dem Betreuungsgesetz zu sein bedeutet, einen hilfsbedürftigen Menschen rechtsgeschäftlich zu vertreten.

Für wen wird vom Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung angeordnet?

Eine Betreuung wird für solche Menschen eingerichtet, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst regeln können und deshalb auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sind.

Wer kann Betreuerin werden? Wer kann Betreuer werden?

Der zu betreuende Mensch kann eine Person seiner Wahl als Betreuerin oder Betreuer vorschlagen. Dabei spielen oft verwandtschaftliche, freundschaftliche oder andere Bindungen eine Rolle. Nicht immer stehen solche Vertrauenspersonen zur Verfügung. Deshalb werden nach dem Betreuungsgesetz von den Betreuungsbehörden besonders Menschen gesucht, die bereit sind, eine Betreuung ehrenamtlich zu übernehmen.

Welche Aufgaben umfasst die Betreuung?

Vom Betreuungsgericht vorgegebene Aufgabenbereiche können sein:
  • Vermögenssorge
  • Wohnungsangelegenheiten
  • Vertretung vor Behörden
  • Gesundheitssorge
  • Aufenthaltsbestimmung
Betreuung nach dem Betreuungsgesetz bedeutet die rechtliche Vertretung der zu betreuenden Person unter Einbeziehung des Wohls und Willens der betreuten Person. Es bedeutet nicht die Übernahme von Krankenpflege, Begleitungen, Hilfen im Haushalt, Transporte usw. durch den Betreuer oder die Betreuerin. Die Aufgabe für den Betreuer oder die Betreuerin ist es dies zu organisieren.

Welche Voraussetzungen sollte eine Betreuerin bzw. ein Betreuer mitbringen?

Formell:
Ein Betreuer, eine Betreuerin darf nicht vorbestraft und nicht im Schuldnerverzeichnis eingetragen sein.

Außerdem sind "gesunder Menschenverstand", die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Verhaltens und eine "Portion" Lebenserfahrung sowie Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen wichtig.
Betreuerinnen und Betreuer sollten keine Berührungsängste gegenüber Kranken und Menschen mit Behinderungen haben. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, mit Behörden und Institutionen zu verhandeln sollten ebenfalls vorhanden sein.

Wer unterstützt die ehrenamtlichen Betreuer und Betreuerinnen?

Ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer finden kostenlose Hilfe und Unterstützung bei dem in ihrem Bezirk ansässigen Betreuungsverein. Wir bieten ihnen einführende Gespräche zur Betreuertätigkeit und zum speziellen "Betreuungsfall" an. Sie können während ihrer Tätigkeit als Betreuer oder als Betreuerin Beratungsangebote in Anspruch nehmen und fachliche Auskünfte erhalten. Auf Wunsch wird ihnen praktische Unterstützung z.B. beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen oder beim Aufsetzen von Schreiben gegeben. Ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer und Bevollmächtigte haben die Möglichkeit, an den regelmäßigen Weiterbildungsveranstaltungen der Betreuungsvereine zu Themen des Betreuungsrechts teilzunehmen.
Wenn Sie Interesse haben, eine Betreuung ehrenamtlich zu führen, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Betreuungsverein Ihres Bezirkes auf: